So kann ich helfen

Zivilcourage zeigen – wie geht das?

Täglich werden Menschen bedroht, überfallen, beraubt, misshandelt, sexuell missbraucht oder gar getötet. Fragt man auf der Straße nach, würde im Ernstfall nahezu jeder Zivilcourage zeigen und eingreifen. Doch leider sieht die Praxis anders aus, nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Menschen im Ernstfall überfordert sind.

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie du dich in einer Notsituation verhalten wirst? Wer vorbereitet ist, kann in Extremsituationen besser reagieren.

Wichtige Tipps:

  • Sofort andere zum Mithelfen auffordern
  • Tätermerkmale einprägen
  • Notruf wählen: 110 (gebührenfrei)
  • Sich um das Opfer kümmern
  • Als Zeuge am Tatort bleiben
  • Wichtig: Niemals sich selbst gefährden!

Richtiges Verhalten am Tatort:

  • Ruhig bleiben! Behalte die Selbstkontrolle.
  • Auch wenn viele Personen „vor Ort“ sind – Entschlossenheit zeigen und reagieren: Je mehr Personen am Tatort sind, desto weniger helfen, weil jeder denkt, ein anderer werde schon etwas tun. Je länger du zögerst, desto schwieriger kann es werden, einzugreifen.
  • Tu etwas, ohne dich dabei selbst in Gefahr zu bringen!
  • Fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf: „Du in der blauen Jacke, bitte ruf die Polizei! Sie dort mit der Aktentasche, halten Sie bitte ein Auto an!“
  • Kümmere dich um das Opfer: Nimm Blickkontakt auf und sprich die Person direkt an – nicht erst, wenn sie oder er am Boden liegt!
  • Wende dich immer direkt dem Opfer zu, nicht dem Täter. Mach ein direktes Hilfsangebot und sprich laut und deutlich: „Ich helfe dir“ / „Kommen Sie zu mir!“
    Nicht fragen: „Brauchst du Hilfe?“ Das Opfer könnte Nein sagen, weil es die eigene Hilflosigkeit nicht eingestehen will oder Angst hat.
  • Provoziere den Täter nicht! Setz keine Waffen ein – die könnten gegen dich verwendet werden und dich verletzen.
  • Sieze den Täter, damit andere Passanten sofort wissen: Er ist dir unbekannt.
  • Niemals den Täter beschimpfen oder anfassen! Die Situation könnte eskalieren. Lass dich nicht provozieren.
  • Fordere höchstens direkt und unmissverständlich zum Gewaltverzicht auf: „Hören Sie damit auf!“
  • Organisiere Hilfe: Arzt, Krankenwagen, Polizei etc. über den Notruf 110 (gebührenfrei).
  • Erstatte Anzeige gegen die Täter! Merk dir Gesichter, Kleidung und andere Merkmale. Stell dich als Zeuge zur Verfügung. So können Täter schneller ermittelt und womöglich weitere Straftaten verhindert werden.
  • In der U- oder S-Bahn: Notbremse ziehen, falls die Situation eskaliert.
  • In Bus oder Straßenbahn: Zum Fahrer gehen und eine Notsituation melden.
Denk bei allem, was du tust, immer an die Faustregel: „Kleine Schritte statt großer Heldentaten“. Du musst kein Held sein, um ein Held zu sein.

Als Opfer auf sich aufmerksam machen:

  • Passanten direkt ansprechen: „Sie in der roten Jacke, bitte helfen Sie mir!“
  • Um konkrete Hilfe bitten: „Ruf die Polizei!“
  • Auf die Notlage hinweisen: „Das ist ein Notfall!“
  • Schreien, Trillerpfeife benutzen, Lärm machen, Aufmerksamkeit erzeugen.
  • Den Täter immer siezen: „Hören Sie auf!“
  • Handy aktivieren: Mit eingespeichertem Notruf!
  • Überraschungseffekt nutzen: Etwas tun, womit der Täter nicht rechnet. Dies ist immer situationsabhängig. Hierfür gibt es kein Patentrezept.

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Du musst kein Held sein, um ein Held zu sein.